Die Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat wurde im Mai 2026 weiterhin durch überdurchschnittliche Verteuerungen bei Kraftstoffen und Heizöl infolge des Kriegs im Iran beeinflusst. Der Preisanstieg schwächte sich im Mai 2026 jedoch ab. Diese Entwicklung ging mit den seit Anfang Mai reduzierten Energiesteuersätzen für Kraftstoffe einher – einer Entlastungsmaßnahme des Bundesgesetzgebers.
Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 0,2 Prozent.
Preise für Energie
Energie kostete im Mai 2026 durchschnittlich 3,5 Prozent weniger als im April 2026. Günstiger als im Vormonat waren insbesondere Heizöl (minus 8,1 Prozent) und Kraftstoffe (minus 7,0 Prozent). Bei Dieselkraftstoff fiel der Preisrückgang mit minus 12,1 Prozent deutlicher aus als bei Superbenzin (minus 5,3 Prozent). Ebenfalls günstiger waren Brennholz und Holzpellets (minus 1,1 Prozent). Teurer als im Vormonat war Erdgas, für das Verbraucherinnen und Verbraucher 1,1 Prozent mehr bezahlen mussten. Das Preisniveau von Fernwärme (minus 0,2 Prozent) und Strom (minus 0,1 Prozent) blieb nahezu unverändert.
Im Vorjahresvergleich nahmen die Preise für Energie im Mai 2026 durchschnittlich um 5,8 Prozent zu. Inflationstreibend wirkten in Folge des Kriegs im Iran insbesondere starke Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat für Heizöl (plus 46,8 Prozent) und Kraftstoffe (plus 17,7 Prozent), wobei die Preise für Dieselkraftstoff um 24,5 Prozent und die für Superbenzin um 15,7 Prozent zunahmen. Ebenfalls überdurchschnittlich teurer waren Brennholz und Holzpellets, für die Verbraucherinnen und Verbraucher 12,1 Prozent mehr bezahlen mussten. Wie in den Monaten zuvor wirkten Erdgas (minus 7,6 Prozent) und Strom (minus 6,7 Prozent) inflationsdämpfend. Die Preise für Fernwärme blieben nahezu unverändert (plus 0,1 Prozent).
Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im Mai 2026 in Hessen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Preise für Nahrungsmittel
Die Nahrungsmittelpreise sanken im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 1,1 Prozent. Merklich günstiger als im Vormonat war Gemüse (minus 6,3 Prozent). Auch für Speisefette und -öle (minus 1,6 Prozent) sowie Molkereiprodukte (minus 1,2 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen. Teurer als im Vormonat war unter anderem Obst (plus 1,2 Prozent).
Gegenüber Mai 2025 erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel im Mai 2026 um 1,2 Prozent. Sie stiegen im Vergleich zu den Verbraucherpreisen insgesamt unterdurchschnittlich und wirkten somit inflationsdämpfend. Merklich günstiger als im Vorjahresmonat waren Speisefette und -öle (minus 13,7 Prozent), darunter sanken die Preise für Butter um 24,1 Prozent. Auch Molkereiprodukte (minus 6,8 Prozent) kosteten deutlich weniger. Obst (plus 7,6 Prozent) sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 5,3 Prozent) verteuerten sich indes überdurchschnittlich. Die Preise für Gemüse nahmen um 4,5 Prozent zu. Fleisch und Fleischwaren waren um 2,3 Prozent sowie Brot und Getreideerzeugnisse um 1,2 Prozent teurer.
Die Kerninflationsrate (Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie) stieg im Mai 2026 auf 2,5 Prozent. Im April 2026 hatte sie 2,2 Prozent betragen.
Preise für Waren
Die Preise für Waren verringerten sich im Mai 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent. Gegenüber Mai 2025 war eine Zunahme von 2,2 Prozent zu verzeichnen. Darunter stiegen die Preise für Verbrauchsgüter im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 2,9 Prozent. Zu diesen zählen neben Energieprodukten und Nahrungsmitteln unter anderem auch Kaffee (plus 9,1 Prozent) und Tabakwaren (plus 5,9 Prozent), für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr bezahlen mussten als im Mai 2025.
Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im Mai 2026 um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit stiegen sie deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt und wirkten inflationsdämpfend. Günstiger waren unter anderem Fernsehgeräte (minus 15,2 Prozent), elektrische Kleingeräte für den Haushalt (minus 3,2 Prozent) sowie Glaswaren, Tafelgeschirr und andere Gebrauchsgüter (minus 2,1 Prozent). Teurer wurden Computer (plus 6,8 Prozent), Mobiltelefone (plus 5,5 Prozent) sowie Personenkraftwagen (plus 2,5 Prozent).
Preise für Dienstleistungen
Die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) stiegen im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen um 3,8 Prozent und wirkten somit neben der Energie inflationstreibend.
Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 8,2 Prozent) und Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr (plus 7,9 Prozent) bezahlen. Die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen kostete 4,7 Prozent mehr. Für Pauschalreisen waren um 3,5 Prozent höhere Preise als im Mai 2025 fällig, ebenso für Übernachtungen (plus 3,3 Prozent) und Gaststättendienstleistungen (plus 3,0 Prozent).
Das Preisniveau der Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) stieg im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Im Vergleich zu Mai 2025 stiegen die Preise um 1,7 Prozent an. Die Nettokaltmieten stiegen damit wie bereits in den beiden Vormonaten unterdurchschnittlich an.


